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== Wirken == Otto Riesser veröffentlichte über 160 Publikationen. Schwerpunkte seiner Forschung waren unter anderem die Bildung von Kreatin im Körper und die Physiologie der Muskulatur. Anfang der 1920er Jahre fand er als erster heraus, dass Acetylcholin die Skelettmuskeln zur Kontraktion bringt und dass diese von einer Depolarisation der Zellmembran begleitet ist. Als Angriffspunkt vermutete er das, was der britische Physiologe John Newport Langley zur damaligen Zeit als receptive substance bezeichnet hatte und heute als Nikotin-Rezeptor der motorischen Endplatte bekannt ist. Diese Forschung Otto Riessers stand der von Otto Loewi nah. Wenn Henry Hallett Dale später über Acetylcholin als Neurotransmitter im Skelettmuskel berichtete, bezog er sich stets auch auf Riesser. Von 1911 bis 1932 war Otto Riesser im wissenschaftlichen Ausschuss des Deutschen Sportärztebundes tätig. 1932 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. Seine Mitgliedschaft wurde allerdings 1938 aufgrund seiner jüdischen Abstammung gelöscht. Im Oktober 1947 wurde er zum Vorsitzenden der Deutschen Pharmakologischen Gesellschaft gewählt. In seinem letzten Lebensjahr wirkte er als Mitherausgeber der pharmakologischen Fachzeitschrift Naunyn-Schmiedebergs Archiv. Otto Riesser war seit Beginn seines Studiums im Jahr 1900 Mitglied der Burschenschaft Allemannia Heidelberg und später auch der Königsberger Burschenschaft Gothia. In Greifswald hatte er zeitweise den Vorsitz der Vereinigung Alter Burschenschafter inne.
Quellen: de.wikipedia.org
Er hielt seine Frankfurter Antrittsvorlesung 1916 über „Die Leibesübungen im Lichte physiologischer und pharmakologischer Forschung“ und förderte an den Hochschulen, an denen er tätig war, den Studentensport. Von 1913 bis 1932 hielt er eine Vorlesung über „Biologische Grundlagen körperlicher Erziehung“. Als um 1930 eine neue wehrsportliche Bewegung großen Anhang gewann, brachte er sich ein, um Studenten aller politischen Richtungen zusammenzubringen. Im Antisemitismusstreit ab 1931 innerhalb der Deutschen Burschenschaft verteidigte er die jüdischen Verbandsmitglieder leidenschaftlich. Er konnte sich jedoch nicht durchsetzen. 1934 wurde ihm der freiwillige Austritt nahegelegt, dem er nachkam. Zum Nachlass von Otto Riesser gehörte ein siebenseitiger Lebenslauf und eine 36-seitige „Skizze zu Erinnerungen an meine wissenschaftliche Laufbahn“, die 1998 vom Mainzer Pharmakologen Erich Muscholl veröffentlicht wurde. Bemerkenswert an diesen autobiographischen Erinnerungen sind Zeitpunkt und Ort der Niederschrift, 1944 in Naarden während der Zeit seiner Emigration in den Niederlanden. Otto Riessers Selbstzeugnis zeigt, dass er sich als nationalliberal verstand und sich zeitlebens zu seinem Deutschtum, zu den burschenschaftlichen Prinzipien und zur Idee der Olympischen Spiele bekannte.
Quellen: de.wikipedia.org
== Werke == Handbuch der normalen und pathologischen Physiologie. Band 8. Berlin 1925 (als Mitautor) Körper und Arbeit. Handbuch der Arbeitsphysiologie. Berlin 1927 (als Mitautor) Arzneikunde und Arzneiverordnung: Ein Lehrbuch. Berlin und Wien 1935 Muskelpharmakologie und ihre Anwendung in der Therapie der Muskelkrankheiten. Berlin 1949
Quellen: de.wikipedia.org
== Literatur == Anna Bębenek-Gerlich: Bioergographie des Pharmakologen Otto Riesser (1882–1949). Dissertation an der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Münster 2009 (Digitalisat). Gert Taubmann: Otto Riesser †. In: Naunyn-Schmiedebergs Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie. Band 209, Nr. 2-3, 1950, S. I–VIII, doi:10.1007/BF00244604 (Nachruf). Riesser, Otto. In: Konrad Löffelholz, Ullrich Trendelenburg: Verfolgte deutschsprachige Pharmakologen 1933–1945. Dr. Schrör Verlag, Frechen 2008, ISBN 3-9806004-8-3, S. 103–105. Riesser, Otto, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,2. Saur, München 1983, S. 971. Benjamin Kuntz / Harro Jenss: Otto Riesser. In: dies.: Frankfurter Charakterköpfe. Die Scherenschnitte der Rose Hölscher in 39 Biographien. Hentrich & Hentrich, Berlin 2023, ISBN 978-3-95565-485-6, S. 144–149.
Quellen: de.wikipedia.org
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